Donnerstag, 24. Januar 2013

Bahn-für wen?

Nach drei Entgleisungen im Jahr 2012 muss die Bahn das Gleis 10 vollständig und das Gleis 8 im Stuttgarter Hauptbahnhof zu zwei Dritteln sperren. Dies führte für unzählige Bahnbenutzer zu Zugausfällen, Verspätungen und anderen Unannehmlichkeiten. Hier kann auch kein „Notfahrplan“ helfen, der von drei Tochterunternehmen ohnehin nicht akzeptiert wird. Die Deutsche Bahn AG ist nicht mehr in der Lage, ihre Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen und darf an Großprojekte wie S 21 nicht einmal denken! Die Bahn wird jedes Jahr mit 2,5 Milliarden EUR vom Bund subventio-niert. Sie schuldet daher den Bürgern zuverlässige und erschwingliche Erfüllung ihres Transport-auftrages. Aber die Bahn ist eine Aktiengesellschaft und muss Gewinn machen! Sie hat kein Inter-esse an überschaubaren Kosten - im Gegenteil! Je teurer ein Projekt wird, desto mehr Steuergelder fließen an den Bauherrn, die Deutsche Bahn AG. Diese kassiert bei jedem Schienenprojekt Planpau-schalen, die sich auf mindestens 17% der Baukosten belaufen. Wenn das Projekt teurer wird, wird der Steuerzahler nochmals zur Kasse gebeten. Die veranschlagten Kosten von S 21 steigen ständig. Dieser unser (?) Staat ist offensichtlich weder Willens noch in derLage dieser Preistreiberei ein Ende zu machen. Dieser unser Staat prüft vom Handwerksmeister bis zum Hartz IV Bezieher jeden Bürger penibel, ob dieser seinen von den Gesetzen vorgegebenen Verpflichtungen nachkommt. Die Bahn mit dem gleichen Maß zu messen wie die Bürger und gegebenenfalls ihre Berechnungen genau prüfen zu lassen fällt der Politik wohl sehr schwer? Der englische Soziologe Colin Crouch bemerkt hierzu:“ Je mehr sich der Staat aus der Fürsorge für das Leben der normalen Menschen zurückzieht und zulässt, dass diese in politische Apathie versinken, desto leichter können Wirt-schaftsverbände ihn – mehr oder minder unbemerkt – zu einem Selbstbedienungsladen machen. In der Unfähigkeit, dies zu erkennen, liegt die fundamentale Naivität des neoliberalen Denkens!“ Der Bürger hat dieses Jahr die Wahl, ob er wieder „naiven“ Neoliberalen hinterher rennen will (auch wenn diese sich als Gewerkschafter , Sozialdemokraten oder volksverbundene Honoratioren präsentieren).Oder er kann Kandidaten seine Stimme geben, welche die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen beenden wollen, die elementare Daseinsvorsorge wie Gesundheitsdienste, Woh-nungen, Bildung, Jugendhilfe, Kultur, Energie, Wasser, Busse, Bahnen etc. in öffentlicher Hand oder gemeinnütziger Trägerschaft organisieren und die den öffentlichen Dienst und die öffent-lichen Unternehmen am gesellschaftlichen Bedarf und nicht am Profit einiger Weniger orientieren wollen!

Dienstag, 24. April 2012

Achtung Gutmenschen!



„Gutmenschen“ sind...

pharisäerhaft-heuchlerisch veranlagte Moralapostel, die unter zur Hilfenahme naiver, verallgemeinernder und/oder realitätsferner Totschlagsargumente ihre plakativ zur Schau gestellte Empörung über ihnen unlieb- same Sachverhalte kundtun und diese formvollendet gerne wie einen Schild vor sich hertragen.

Die eigenen Moralauslegungen werden in deren subjektiver Wahrnehmung als allgemein- oder auch alleingültig empfunden. Andersdenkende werden daher quasi reflexartig mit erhobenem Zeigefinger bei typisch anklagendem Habitus angegangen und mit missionarisch anmutendem Eifer offensiv bearbeitet. Alles mit dem Ziel, diese im eigenen Sinne zur Vernunft zu bringen bzw. tunlichst zur Umkehr zu bewegen.

Gelingt dies dem Gutmenschen trotz aller Bemühungen nicht, werden die Inhaber, respektive Vertreter der konträren Meinung und “falschen Gesinnung”, mit dem Duktus der Erhabenheit und perfekt antrainierter Entrüstung zu Feinden von Anstand und Moral erklärt, die von nun an kampagnenartig bekämpft werden müssen. Dies alles, um den vermeintlich unmittelbar bevorstehenden Untergang des Abendlandes zu verhindern, der unabdingbar wäre, würde man diese unbelehrbaren Existenzen in ihrer “Verwirrtheit” tatenlos und unwidersprochen gewähren lassen.

Sonntag, 22. April 2012

Italia



Michael Schlecht, MdB – Chefvolkswirt Fraktion DIE LINKE – Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE – 17.4.2012

Wird Italien zum Schicksal des Euros?

Hierzu gibt es ein neues Papier (12 Seiten) auf meiner Webseite.

Die Krise ist zurück. Mit einer Billion Euro wurden die Banken zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 von der Europäischen Zentralbank (EZB) vollgepumpt. Das hat die Situation für zwei Monate beruhigt. Jetzt steigt die Zinsfieberkurve für Italien und Spanien wieder deutlich an. Dreijährige Kredite sind für den italienischen Staat im Vergleich zum Januar um 40 Prozent teurer geworden.

Geht das so weiter, muss Italien unter den Rettungsschirm. Der ist aber für die drittgrößte Wirtschaft der Eurozone zu klein. Um Italien und Spanien abzudecken, müsste er auf 1,5 Billionen Euro aufgeblasen werden. Das deutsche Haftungsrisiko erreicht dann den Wert von zwei kompletten Bundeshaushalten. Das ist politisch nicht mehr durchsetzbar. Italien wird deshalb zum Schicksal des Euros.

Inzwischen befindet sich ganz Europa durch die diktierte Kürzungspolitik der deutschen Kanzlerin in der Rezession. Dadurch werden die Prognosen der Europäischen Kommission für das italienische Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren deutlich unterschritten. Die offiziellen Konsolidierungspläne können - wie im griechischen Fall – nicht eingehalten werden.

Durch die Ratifizierung des unkündbaren ESM- und Fiskalvertrags droht diese verheerende Politik auch noch in Stein gemeißelt zu werden. DIE LINKE hält die Verträge für verfassungswidrig.

Die italienischen Staatsschulden haben sich im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung erst mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 erhöht. Es gibt kein Anzeichen dafür, dass Italien über seine Verhältnisse gelebt hat. Mit einer Ausnahme: Die hohen Einkommen und Vermögen wurden zu gering besteuert.

Prekär wurde die Situation für Italien erst, als es ab 2004 durch den Export weniger Geld einnahm als es für die Importe bezahlen musste. Ab da verschuldete sich das Land mit immer größeren Beträgen im Ausland. Erst dieses Doppeldefizit – hohe Staatsverschuldung und steigende Verschuldung gegenüber dem Ausland – hat Italien gegenüber den Finanzmärkten verwundbar gemacht.

Maßgeblich verantwortlich für die negativ gewordene italienische Handelsbilanz ist der Warenaustausch mit Deutschland. Ohne die Handelsbilanzdefizite gegenüber Deutschland und China hätte Italien 2010 sogar einen Überschuss erwirtschaftet. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss gegenüber Italien hat sich zwischen 2000 und 2010 fast verdreifacht.

Prozentual nahmen die deutschen Exporte nach Italien aus dem Nahrungs- und Genussmittelsektor am stärksten zu. Durch das deutsche Lohndumping stieg der jährliche Wert in diesem Zeitraum um 61 Prozent. Der jährliche Bruttolohn fiel in dieser Branche zwischen 2000 und 2008 von 23,2 auf 17,9 Euro je Arbeitsstunde.

Deutschland schadete Italien aber auch bei dessen Handel mit den Ländern außerhalb der Eurozone. Dieser wird in Dollar abgerechnet. Italien und andere Euroländer hatten steigende Handelsdefizite mit dem Dollarraum. Durch die deutschen Überschüsse war die Handelsbilanz der gesamten Eurozone aber ausgeglichen und so dessen Wirkung auf den Euro-Dollar-Wechselkurs neutral. Das verhinderte, dass sich der Euro gegenüber dem Dollar verbilligen konnte. Dadurch wären die italienischen Waren außerhalb der Eurozone preislich attraktiver geworden.

Auch das italienische Beispiel zeigt: Ohne Beendigung des deutschen Lohn- und Sozialdumpings gibt es kein Ende der sogenannten Eurokrise. Wären die Löhne seit dem Jahr 2000 wenigstens in der Höhe der Produktivität gestiegen, hätten die Arbeitnehmer hierzulande eine Billion Euro mehr in der Tasche. Davon wären auch viele Milliarden durch den Konsum ausländischer Produkte und Dienstleistungen in die Krisenländer geflossen. Nur bei einer solchen Politik können die Ungleichgewichte zukünftig verringert werden.



Mehr Informationen finden Sie unter www.michael-schlecht-mdb.de

Dienstag, 17. Januar 2012

Genmaisanbau in Nürtingen



Genmaisreminiszenzen.


Der Genmaisproduzent MONSANTO hat es endlich begriffen - in Deutschland will man den
Freilandanbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht haben. Die Firma wird daher ihre Zelte in Deutschland abbrechen und in Amerika weiter "forschen" - so wird jedenfalls Mitte Januar 2012 in den Medien berichtet.

Bis es soweit war, mußten wir Genmaisgeger viele harte Kämpfe bestehen. Die grüne Gentechnik hat alle Merkmale einer neoliberalen Seifenblase (der Hersteller ver-dient, der Kunde hat keinen meßbaren Nutzen und die Umwelt ist unvorhersehbaren und unbeherrschbaren Risiken ausgesetzt). Ein Bündnis aus Grünen, Linken, Biobauern, dem "Nürtinger Bündnis", Naturfreunden u.v.a hat dieser Seifenblase die Luft heraus gelassen.

Im Folgenden soll der Verlauf der Auseinandersetzung anhand von Presseartikeln dokumentiert werden

Vielseitige Kritik an Genmaisanbau – 17.5.2007 (Nürtinger Stattzeitung)

 
Seit Wochen findet die Auseinandersetzung über den Anbau von gentechnisch verändertem Mais auf dem Hofgut Tachenhausen durch die Nürtinger Hochschule für Wirtschaft und Umwelt ihren Niederschlag in den lokalen und regionalen Tageszeitungen. An dem Aktionsbündnis gegen Genmaisanbau ist auch die Nürtinger Attac-Gruppe beteiligt, die die verschiedenen Veröffentlichungen in einer Dokumentation zusammengestellt hat.
04.01.: Jochen Findeisen, der Pressesprecher der Attac-Gruppe hatte bereits in seiner Reaktion auf die Neujahrsgrüße der Nürtinger Bundes- und Landtagsabgeordneten darauf hingewiesen, dass er lieber etwas darüber gelesen hätte, wie die Abgeordneten zu dem Thema Genmaisanpflanzung durch die Hochschule stehen.
03.02.: Im Rahmen einer Veranstaltung des Freundeskreises gentechnikfreie Nahrung Ende Januar wurden die Aktivitäten des Agrokonzerns Monsanto (der auch die Maissorte produziert, die auf Tachenhausen angebaut werden soll) beim Einsatz von Gentechnik in der Tierproduktion diskutiert.
15.02.: In einem Leserbrief zu einem Artikel der Nürtinger Zeitung „An der Gentechnik scheiden sich die Geister“, stellte Jochen Findeisen den Unterschied zwischen der Anwendung „roter“ (medizinischer) Gentechnik in abgeschlossenen Laboren und „grüner“ (landwirtschaftlicher) Gentechnik in offenen Ökosystemen heraus, in denen eine Ausbreitung der transgenen Organismen nicht verhindert und nicht rückgängig gemacht werden kann.
14.03.: Anlässlich des Kabinettsbeschlusses zur Neufassung des Gentechnik-Gesetzes, in dem ein Abstand von mindestens 150 m zwischen gentechnisch und gentechnikfrei bestellten Feldern festgeschrieben werden soll, erklärte das Aktionsbündnis in einer Pressemitteilung, dass damit zwar der Anbau von gentechnisch verändertem Getreide bei der kleinparzelligen Bewirtschaftung in unserem Bereich erheblich erschwert wird, was die entsprechenden Versuche aber nur verstärkt in die neuen Bundesländer verlagern würde. Solchen Schutz nach dem Sankt-Florians-Prinzip befürwortet das Bündnis nicht. Und bis das Gentechnik-Gesetz reformiert ist, kann auf Tachenhausen weiterhin Genmais angebaut werden.
23.03.: Ein Leserbriefschreiber wies auf eine Studie hin, die von Monsanto selbst in Auftrag gegeben wurde, deren Veröfffentlichung aber von Greenpeace gerichtlich erstritten werden musste, und die beweist, dass der Verzehr von Genmais gesundheitliche Schäden hervorruft - die Versuchsratten erlitten Leber- und Nierenschäden.
05.04.: Unterdessen freute sich das Aktionsbündnis gegen Genmaisanbau, dass seit den Aktionen des Jahres 2006 weitere Personen und Gruppierungen wie der Grünen-Kreisverband und der WASG-Kreisverband sein Anliegen unterstützen.
13.04.: Anläßlich des Artikels „Hochschule Nürtingen: Wieder Experimente mit Genmais“ in der Nürtinger Zeitung, wies Attac darauf hin, dass der Naturschutzbund 3000 Unterschriften gegen den Genmaisanbau gesammelt hat. Allerdings war bereits im vergangenen Jahr in Oberboihingen eine Erklärung mit hunderten von Unterschriften übergeben worden mit der Forderung, die Gemeindeverwaltung als Ortspolizeibehörde solle die Anbauversuche überprüfen, ohne dass Folgen dieser Forderung bekannt seien. Stattdessen akzeptierten die Behörden wohl, dass die Bürger unserer Region als Versuchskaninchen herhalten müssten.
Der mediale Schlagabtausch nahm an Intensität zu, als Hochschul-Rektor Professor Klaus Fischer den Informationsbesuch von FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger und des Nürtinger FDP-Wahlkreisabgeordnete Dr. Ulrich Noll nutzte, um die Politik um Hilfe zu bitten. Indem er sich in dieser Sache nicht nur hinter, sondern neben den Versuchsleiter stellte, erweckte der Rektor den Eindruck, der Anbau von Genmais sei ein wichtiges Anliegen der gesamten Hochschule.
20.04.: Dr. Helmut Gundert wünschte sich in einem Leserbrief, dass die Verantwortlichen ihre Kritiker so ernst nehmen würden, wie vor 50 Jahren der damalige Bundeskanzler Adenauer die Kritik der deutschen Atomphysiker an den Überlegungen zur atomaren Bewaffnung der Bundeswehr, die er daraufhin auf Eis legte.
Ein anderer Leserbrief forderte die FDP-Politiker auf, sich auch mal über die Gegenargumente zu informieren, was mit einem einfachen Besuch im Internet möglich sei, wo man auch die Bedenken des Umweltbundesamtes und des Ökoinstituts Freiburg finden kann.
21.04. Eine weitere Leserbriefschreiberin erinnert daran, dass man gentechnisch veränderte Organismen nicht, wie zum Beispiel Chemieschadstoffe, einsammeln und entsorgen kann. Sollte sich herausstellen, dass die Gentechnik doch eine Gefahr darstellt, ist es zu spät.
In den Stuttgarter Nachrichten wies ein Leserbrief darauf hin, dass ein Bundestagsausschuss zu dem Thema feststellte, dass es noch fundamentale Wissenslücken gibt, das Umweltbundesamt und die Uno bezweifeln, ob wir Gentechnik in der Landwirtschaft überhaupt brauchen, und das Ökoinstitut Freiburg in Frage stellt, ob man überhaupt Freilandversuche riskieren sollte. Hier werden auch einige Kritikpunkte am Einsatz von gentechnisch schädlings- oder pestizidresistent gemachten Pflanzen in der Landwirtschaft aufgezählt: 1. die Resistenz gegen Schädlinge ist nachweislich nach spätestens fünf Jahren dahin, 2. es können durch Auskreuzung Superunkräuter entstehen, die kaum noch zu bekämpfen sind, 3. es ist unbekannt, was mit den veränderten Gensequenzen und dem Gift im Boden passiert, 4. durch Wind und Bienen entstehen unkontrollierte Auskreuzungen auf andere Pflanzen und unser Honig wird mit gentechnisch veränderten Pollen verseucht, 5. weitere unbeabsichtigte Effekte sind zu erwarten, weil die Gentechnik die Veränderungen gar nicht exakt planen kann.
Einen anderen Aspekt griff der Leserbrief auf, der darauf einging, dass es bei den gentechnisch veränderten Pflanzen meist um Futterpflanzen gehe, also auch die Nachfrage nach billigem Fleisch bei den Verbrauchern dafür verantwortlich sei. „Am Vegetarier verdient die chemische Industrie nur wenig.“
03.05.: Im Teckboten wies ein Leserbreif auf die beunruhigenden Parallelen zwischem dem aktuellen Lob der grünen Gentechnik und der Anpreisung von Contergan in den 60er Jahren hin.
04.05.: Moderate Töne schlug Professor Roman Lenz in einem Artikel der Nürtinger Zeitung an, was in vielen Leserbriefen begrüßt wurde. Das Aktionsbündnis befürchtete allerdings, dass es sich dabei um ein taktisches Entgegenkommen der Hochschule handeln könnte und kritisierte, dass Professor Lenz die Politik für die Folgenerforschung des Anbaues gentechnisch veränderter Pflanzen in der Verantwortung sieht. Das Bündnis bezweifelte, dass es geboten ist, mit Steuergeldern einen gewaltigen Untersuchungsaufwand zu betreiben, obwohl der Hauptnutznießer ein international tätiger Agro-Konzern ist.
09.05.: Auch bei der Online-Umfrage der Nürtinger Zeitung meldete sich das Aktionsbündnis zu Wort. Jochen Findeisen prangerte das Versagen der Politik an. Die habe noch nicht verstanden, dass das Ausbringen gentechnisch veränderten Materials einer Lawine gleichkomme. Der ohnehin ramponierten Umwelt werde ein Risiko neuartiger Qualität zugemutet.
12.5.In diesem Zusammenhang ging ein Leserbrief auf die Einwirkungen von Monsanto auf die Rechtssicherheit ein, der im Kleingeschriebenen der Verträge seinen Kunden verbietet, bei eventuellem Versagen des Gentech-Saatgutes im Anbau gegen den Hersteller zu klagen!
Schließlich forderte eine Leserbriefschreiberin: Zu den enormen Problemen, die wir zum Teil selbst verursacht haben (Klimawandel, Hochwasserkatastrophen, Verschmutzung der Weltmeere und anderes mehr) sollten nicht ständig neue Probleme hinzukommen. Der unverantwortliche Umgang mit der Gentechnologie (Genmaisversuche und Anbau) muss beendet werden, wenn wir unseren Kindern und Kindeskindern normale Lebensverhältnisse erhalten wollen. Es reicht und ist genug!


Am 09.04. 2008 wurde nach einer „Feldbesetzung“ der Anbau von gentechnisch verändertem Mais eingestellt


Eine Hochschule zwingt einen ihrer Professoren, seine Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen zu beenden. Ein Lehrstück über die Macht der Meinung und den Wert der Forschungsfreiheit. (DIE ZEIT 30.04.2008)

Das von der Hochschule verhängte „Anbaumoratorium“ wäre 2011 ausgelaufen. Von einer Wiederaufnahme ist nichts bekannt geworden.

Sonntag, 28. August 2011

Die Kluft wächst........



In diesem Sommer wurde viel über Generationengerechtigkeit, Rentengarantie, die "Macht der Alten" und den angeblich wachsenden Konflikt zwischen Jung und Alt diskutiert. Gerne wird dieser Konflikt von Gegnern des Sozialstaats geschürt, um vom eigentlichen Problem unserer Gesellschaft abzulenken: der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, die quer durch alle Generationen verläuft.

Seit dem Jahr 2000 haben Geringverdiener noch einmal 15 Prozent ihres Einkommens verloren, während Gutverdiener ihre Einkünfte weiter steigern konnten. Die reichsten ein Prozent, die über mindestens 800 000 Euro verfügen, besitzen fast ein Viertel des Vermögens in Deutschland. Auf der anderen Seite hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung überhaupt keine finanziellen Rücklagen.

Ursachen für die sich weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich sind die Steuererleichterungen für Besserverdiener, die Schlechterstellung von Arbeitslosen durch die Hartz-IV-Gesetze, besonders aber die Einkommensverluste als Folge des alarmierende Rückgang sozialversicherungspflichtiger Vollzeitjobs. Nur noch sechs von zehn Beschäftigten haben solch ein Arbeitsverhältnis, das früher Standard war. Minijobs, Zeit- und Leiharbeit, - also unsichere, schlecht bezahlte Jobs - prägen immer mehr den Arbeitsmarkt in Deutschland.

23 Prozent der Vollzeitbeschäftigten arbeiten mittlerweile im Niedriglohnbereich. An die Stelle des von Ludwig Erhard ausgerufenen Mottos der sozialen Marktwirtschaft, "Wohlstand für alle", ist jetzt der "Luxus für wenige" getreten, sagen renommierte Wissenschaftler wie der Wirtschaftsweise Professor Peter Bofinger oder Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Umfragen zufolge halten drei Viertel der Bevölkerung die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland für ungerecht. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft nicht weiter auseinander fällt. Finanz- und Wirtschaftskrise treiben die Neuverschuldung des Staates in die Höhe. Da werden die Rufe nach Sparmaßnahmen im Sozialhaushalt wieder lauter werden. Der VdK wird jedenfalls alles daransetzen, dass die Sanierung des Bundeshaushalts nicht zulasten der Alten und Schwachen geht.
(Vdk Zeitung September 2011)

Sonntag, 14. August 2011

Löhne und Renten



Kaum einer erinnert sich mehr an die markigen Sätze des damaligen SPD Kanzlers
Schröder,der 2005 beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte:“Wir haben einen der
besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt!“ Im gleichen Jahr trat HartzIV in Kraft und weitere Gesetze, die Kettenarbeitsverträge, geringfügige und befristete Beschäftigung und Leiharbeit ermöglichten. Die Folgen für die abhängig Beschäftigten: Nach neusten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes sind heute ca. 8 Millionen Arbeitnehmer in diesen „atypischen“ Arbeitsverhältnissen tätig. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sanken die Löhne in den untersten Lohngruppen in den letzten zehn Jahren um 25% (zum Vergleich: die Bezüge der Vorstände in den DAX Unternehmen werden 2011 um voraussichtlich 25% steigen) Auch für „Normalverdiener“ war vom Aufschwung der Wirtschaft nichts zu spüren. Sie mußten froh sein, wenn ihre mühsam erstreikten Lohnerhöhungen nicht gleich wieder von der Inflation (zZt 2,4%) aufgefressen wurden. Weil niedrige Löhne auch niedrige Renten bedeuten sei nach Berechnungen der LINKEN der Wert der Renten in den letzten zehn Jahren um 7% gefallen! Ein weiterer, oft übersehener Nebeneffekt: Weil ca. 60% der deutschen Exporte in die EULänder gehen konnten deutsche Produkte dort so billig angeboten werden, dass dortige Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig waren – die dortigen Arbeitslosenzahlen stiegen und die Steuereinnahmen sanken! Die Forderung der LNKEN nach flächendeckenden Mindestlöhnen nicht unter 10 EURO pro Stunde ist deshalb wirtschafts- und sozialpolitisch gerechtfertigt und namentlch die SPD hat hier allen Anlass, die Fehler der Vergangenheit wieder gut zumachen

Dienstag, 1. Februar 2011

Mappus kommt - in die Hölle!



“Wer liagt ond schdiehlt, der wird verbrennt ond wird ans Deifels Galga g’hengt!“. Nach diesem Merkvers, der noch bis vor nicht allzu langer Zeit in schwäbische Kinderhirne gebläut wurde, gehört Mappus wohl nach Auffassung freischaffender Plakat (um)Gestalter in die Hölle geschickt. Früher war der Weg zum (Erwin) Teufel einfach; der saß schon in der Villa Reitzenstein, und wenn er nicht von Öttinger und von ein paar Bubis aus uraltem Stuttgarter „CDU Adel“ weggeputscht worden wäre, säße er vielleicht heute noch dort.
Er war zwar Konservativ aber das glaubwürdig. Deshalb sollte Mappus nicht zur Hölle fahren; man sollte ihn zum (Erwin) Teufel schicken, damit er dort wenigstens die Grundlagen des politischen Anstandes lernt, bevor er sich um das Amt des Ministerpräsidenten bewirbt.