Donnerstag, 24. Januar 2013
Bahn-für wen?
Dienstag, 24. April 2012
Achtung Gutmenschen!

„Gutmenschen“ sind...
pharisäerhaft-heuchlerisch veranlagte Moralapostel, die unter zur Hilfenahme naiver, verallgemeinernder und/oder realitätsferner Totschlagsargumente ihre plakativ zur Schau gestellte Empörung über ihnen unlieb- same Sachverhalte kundtun und diese formvollendet gerne wie einen Schild vor sich hertragen.
Die eigenen Moralauslegungen werden in deren subjektiver Wahrnehmung als allgemein- oder auch alleingültig empfunden. Andersdenkende werden daher quasi reflexartig mit erhobenem Zeigefinger bei typisch anklagendem Habitus angegangen und mit missionarisch anmutendem Eifer offensiv bearbeitet. Alles mit dem Ziel, diese im eigenen Sinne zur Vernunft zu bringen bzw. tunlichst zur Umkehr zu bewegen.
Gelingt dies dem Gutmenschen trotz aller Bemühungen nicht, werden die Inhaber, respektive Vertreter der konträren Meinung und “falschen Gesinnung”, mit dem Duktus der Erhabenheit und perfekt antrainierter Entrüstung zu Feinden von Anstand und Moral erklärt, die von nun an kampagnenartig bekämpft werden müssen. Dies alles, um den vermeintlich unmittelbar bevorstehenden Untergang des Abendlandes zu verhindern, der unabdingbar wäre, würde man diese unbelehrbaren Existenzen in ihrer “Verwirrtheit” tatenlos und unwidersprochen gewähren lassen.
Sonntag, 22. April 2012
Italia

Michael Schlecht, MdB – Chefvolkswirt Fraktion DIE LINKE – Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE – 17.4.2012
Wird Italien zum Schicksal des Euros?
Hierzu gibt es ein neues Papier (12 Seiten) auf meiner Webseite.
Die Krise ist zurück. Mit einer Billion Euro wurden die Banken zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 von der Europäischen Zentralbank (EZB) vollgepumpt. Das hat die Situation für zwei Monate beruhigt. Jetzt steigt die Zinsfieberkurve für Italien und Spanien wieder deutlich an. Dreijährige Kredite sind für den italienischen Staat im Vergleich zum Januar um 40 Prozent teurer geworden.
Geht das so weiter, muss Italien unter den Rettungsschirm. Der ist aber für die drittgrößte Wirtschaft der Eurozone zu klein. Um Italien und Spanien abzudecken, müsste er auf 1,5 Billionen Euro aufgeblasen werden. Das deutsche Haftungsrisiko erreicht dann den Wert von zwei kompletten Bundeshaushalten. Das ist politisch nicht mehr durchsetzbar. Italien wird deshalb zum Schicksal des Euros.
Inzwischen befindet sich ganz Europa durch die diktierte Kürzungspolitik der deutschen Kanzlerin in der Rezession. Dadurch werden die Prognosen der Europäischen Kommission für das italienische Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren deutlich unterschritten. Die offiziellen Konsolidierungspläne können - wie im griechischen Fall – nicht eingehalten werden.
Durch die Ratifizierung des unkündbaren ESM- und Fiskalvertrags droht diese verheerende Politik auch noch in Stein gemeißelt zu werden. DIE LINKE hält die Verträge für verfassungswidrig.
Die italienischen Staatsschulden haben sich im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung erst mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 erhöht. Es gibt kein Anzeichen dafür, dass Italien über seine Verhältnisse gelebt hat. Mit einer Ausnahme: Die hohen Einkommen und Vermögen wurden zu gering besteuert.
Prekär wurde die Situation für Italien erst, als es ab 2004 durch den Export weniger Geld einnahm als es für die Importe bezahlen musste. Ab da verschuldete sich das Land mit immer größeren Beträgen im Ausland. Erst dieses Doppeldefizit – hohe Staatsverschuldung und steigende Verschuldung gegenüber dem Ausland – hat Italien gegenüber den Finanzmärkten verwundbar gemacht.
Maßgeblich verantwortlich für die negativ gewordene italienische Handelsbilanz ist der Warenaustausch mit Deutschland. Ohne die Handelsbilanzdefizite gegenüber Deutschland und China hätte Italien 2010 sogar einen Überschuss erwirtschaftet. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss gegenüber Italien hat sich zwischen 2000 und 2010 fast verdreifacht.
Prozentual nahmen die deutschen Exporte nach Italien aus dem Nahrungs- und Genussmittelsektor am stärksten zu. Durch das deutsche Lohndumping stieg der jährliche Wert in diesem Zeitraum um 61 Prozent. Der jährliche Bruttolohn fiel in dieser Branche zwischen 2000 und 2008 von 23,2 auf 17,9 Euro je Arbeitsstunde.
Deutschland schadete Italien aber auch bei dessen Handel mit den Ländern außerhalb der Eurozone. Dieser wird in Dollar abgerechnet. Italien und andere Euroländer hatten steigende Handelsdefizite mit dem Dollarraum. Durch die deutschen Überschüsse war die Handelsbilanz der gesamten Eurozone aber ausgeglichen und so dessen Wirkung auf den Euro-Dollar-Wechselkurs neutral. Das verhinderte, dass sich der Euro gegenüber dem Dollar verbilligen konnte. Dadurch wären die italienischen Waren außerhalb der Eurozone preislich attraktiver geworden.
Auch das italienische Beispiel zeigt: Ohne Beendigung des deutschen Lohn- und Sozialdumpings gibt es kein Ende der sogenannten Eurokrise. Wären die Löhne seit dem Jahr 2000 wenigstens in der Höhe der Produktivität gestiegen, hätten die Arbeitnehmer hierzulande eine Billion Euro mehr in der Tasche. Davon wären auch viele Milliarden durch den Konsum ausländischer Produkte und Dienstleistungen in die Krisenländer geflossen. Nur bei einer solchen Politik können die Ungleichgewichte zukünftig verringert werden.
Mehr Informationen finden Sie unter www.michael-schlecht-mdb.de
Dienstag, 17. Januar 2012
Genmaisanbau in Nürtingen

Genmaisreminiszenzen.
Der Genmaisproduzent MONSANTO hat es endlich begriffen - in Deutschland will man den
Freilandanbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht haben. Die Firma wird daher ihre Zelte in Deutschland abbrechen und in Amerika weiter "forschen" - so wird jedenfalls Mitte Januar 2012 in den Medien berichtet.
Bis es soweit war, mußten wir Genmaisgeger viele harte Kämpfe bestehen. Die grüne Gentechnik hat alle Merkmale einer neoliberalen Seifenblase (der Hersteller ver-dient, der Kunde hat keinen meßbaren Nutzen und die Umwelt ist unvorhersehbaren und unbeherrschbaren Risiken ausgesetzt). Ein Bündnis aus Grünen, Linken, Biobauern, dem "Nürtinger Bündnis", Naturfreunden u.v.a hat dieser Seifenblase die Luft heraus gelassen.
Im Folgenden soll der Verlauf der Auseinandersetzung anhand von Presseartikeln dokumentiert werden
Vielseitige Kritik an Genmaisanbau – 17.5.2007 (Nürtinger Stattzeitung)
Seit Wochen findet die Auseinandersetzung über den Anbau von gentechnisch verändertem Mais auf dem Hofgut Tachenhausen durch die Nürtinger Hochschule für Wirtschaft und Umwelt ihren Niederschlag in den lokalen und regionalen Tageszeitungen. An dem Aktionsbündnis gegen Genmaisanbau ist auch die Nürtinger Attac-Gruppe beteiligt, die die verschiedenen Veröffentlichungen in einer Dokumentation zusammengestellt hat.
04.01.: Jochen Findeisen, der Pressesprecher der Attac-Gruppe hatte bereits in seiner Reaktion auf die Neujahrsgrüße der Nürtinger Bundes- und Landtagsabgeordneten darauf hingewiesen, dass er lieber etwas darüber gelesen hätte, wie die Abgeordneten zu dem Thema Genmaisanpflanzung durch die Hochschule stehen.
03.02.: Im Rahmen einer Veranstaltung des Freundeskreises gentechnikfreie Nahrung Ende Januar wurden die Aktivitäten des Agrokonzerns Monsanto (der auch die Maissorte produziert, die auf Tachenhausen angebaut werden soll) beim Einsatz von Gentechnik in der Tierproduktion diskutiert.
15.02.: In einem Leserbrief zu einem Artikel der Nürtinger Zeitung „An der Gentechnik scheiden sich die Geister“, stellte Jochen Findeisen den Unterschied zwischen der Anwendung „roter“ (medizinischer) Gentechnik in abgeschlossenen Laboren und „grüner“ (landwirtschaftlicher) Gentechnik in offenen Ökosystemen heraus, in denen eine Ausbreitung der transgenen Organismen nicht verhindert und nicht rückgängig gemacht werden kann.
14.03.: Anlässlich des Kabinettsbeschlusses zur Neufassung des Gentechnik-Gesetzes, in dem ein Abstand von mindestens 150 m zwischen gentechnisch und gentechnikfrei bestellten Feldern festgeschrieben werden soll, erklärte das Aktionsbündnis in einer Pressemitteilung, dass damit zwar der Anbau von gentechnisch verändertem Getreide bei der kleinparzelligen Bewirtschaftung in unserem Bereich erheblich erschwert wird, was die entsprechenden Versuche aber nur verstärkt in die neuen Bundesländer verlagern würde. Solchen Schutz nach dem Sankt-Florians-Prinzip befürwortet das Bündnis nicht. Und bis das Gentechnik-Gesetz reformiert ist, kann auf Tachenhausen weiterhin Genmais angebaut werden.
23.03.: Ein Leserbriefschreiber wies auf eine Studie hin, die von Monsanto selbst in Auftrag gegeben wurde, deren Veröfffentlichung aber von Greenpeace gerichtlich erstritten werden musste, und die beweist, dass der Verzehr von Genmais gesundheitliche Schäden hervorruft - die Versuchsratten erlitten Leber- und Nierenschäden.
05.04.: Unterdessen freute sich das Aktionsbündnis gegen Genmaisanbau, dass seit den Aktionen des Jahres 2006 weitere Personen und Gruppierungen wie der Grünen-Kreisverband und der WASG-Kreisverband sein Anliegen unterstützen.
13.04.: Anläßlich des Artikels „Hochschule Nürtingen: Wieder Experimente mit Genmais“ in der Nürtinger Zeitung, wies Attac darauf hin, dass der Naturschutzbund 3000 Unterschriften gegen den Genmaisanbau gesammelt hat. Allerdings war bereits im vergangenen Jahr in Oberboihingen eine Erklärung mit hunderten von Unterschriften übergeben worden mit der Forderung, die Gemeindeverwaltung als Ortspolizeibehörde solle die Anbauversuche überprüfen, ohne dass Folgen dieser Forderung bekannt seien. Stattdessen akzeptierten die Behörden wohl, dass die Bürger unserer Region als Versuchskaninchen herhalten müssten.
Der mediale Schlagabtausch nahm an Intensität zu, als Hochschul-Rektor Professor Klaus Fischer den Informationsbesuch von FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger und des Nürtinger FDP-Wahlkreisabgeordnete Dr. Ulrich Noll nutzte, um die Politik um Hilfe zu bitten. Indem er sich in dieser Sache nicht nur hinter, sondern neben den Versuchsleiter stellte, erweckte der Rektor den Eindruck, der Anbau von Genmais sei ein wichtiges Anliegen der gesamten Hochschule.
20.04.: Dr. Helmut Gundert wünschte sich in einem Leserbrief, dass die Verantwortlichen ihre Kritiker so ernst nehmen würden, wie vor 50 Jahren der damalige Bundeskanzler Adenauer die Kritik der deutschen Atomphysiker an den Überlegungen zur atomaren Bewaffnung der Bundeswehr, die er daraufhin auf Eis legte.
Ein anderer Leserbrief forderte die FDP-Politiker auf, sich auch mal über die Gegenargumente zu informieren, was mit einem einfachen Besuch im Internet möglich sei, wo man auch die Bedenken des Umweltbundesamtes und des Ökoinstituts Freiburg finden kann.
21.04. Eine weitere Leserbriefschreiberin erinnert daran, dass man gentechnisch veränderte Organismen nicht, wie zum Beispiel Chemieschadstoffe, einsammeln und entsorgen kann. Sollte sich herausstellen, dass die Gentechnik doch eine Gefahr darstellt, ist es zu spät.
In den Stuttgarter Nachrichten wies ein Leserbrief darauf hin, dass ein Bundestagsausschuss zu dem Thema feststellte, dass es noch fundamentale Wissenslücken gibt, das Umweltbundesamt und die Uno bezweifeln, ob wir Gentechnik in der Landwirtschaft überhaupt brauchen, und das Ökoinstitut Freiburg in Frage stellt, ob man überhaupt Freilandversuche riskieren sollte. Hier werden auch einige Kritikpunkte am Einsatz von gentechnisch schädlings- oder pestizidresistent gemachten Pflanzen in der Landwirtschaft aufgezählt: 1. die Resistenz gegen Schädlinge ist nachweislich nach spätestens fünf Jahren dahin, 2. es können durch Auskreuzung Superunkräuter entstehen, die kaum noch zu bekämpfen sind, 3. es ist unbekannt, was mit den veränderten Gensequenzen und dem Gift im Boden passiert, 4. durch Wind und Bienen entstehen unkontrollierte Auskreuzungen auf andere Pflanzen und unser Honig wird mit gentechnisch veränderten Pollen verseucht, 5. weitere unbeabsichtigte Effekte sind zu erwarten, weil die Gentechnik die Veränderungen gar nicht exakt planen kann.
Einen anderen Aspekt griff der Leserbrief auf, der darauf einging, dass es bei den gentechnisch veränderten Pflanzen meist um Futterpflanzen gehe, also auch die Nachfrage nach billigem Fleisch bei den Verbrauchern dafür verantwortlich sei. „Am Vegetarier verdient die chemische Industrie nur wenig.“
03.05.: Im Teckboten wies ein Leserbreif auf die beunruhigenden Parallelen zwischem dem aktuellen Lob der grünen Gentechnik und der Anpreisung von Contergan in den 60er Jahren hin.
04.05.: Moderate Töne schlug Professor Roman Lenz in einem Artikel der Nürtinger Zeitung an, was in vielen Leserbriefen begrüßt wurde. Das Aktionsbündnis befürchtete allerdings, dass es sich dabei um ein taktisches Entgegenkommen der Hochschule handeln könnte und kritisierte, dass Professor Lenz die Politik für die Folgenerforschung des Anbaues gentechnisch veränderter Pflanzen in der Verantwortung sieht. Das Bündnis bezweifelte, dass es geboten ist, mit Steuergeldern einen gewaltigen Untersuchungsaufwand zu betreiben, obwohl der Hauptnutznießer ein international tätiger Agro-Konzern ist.
09.05.: Auch bei der Online-Umfrage der Nürtinger Zeitung meldete sich das Aktionsbündnis zu Wort. Jochen Findeisen prangerte das Versagen der Politik an. Die habe noch nicht verstanden, dass das Ausbringen gentechnisch veränderten Materials einer Lawine gleichkomme. Der ohnehin ramponierten Umwelt werde ein Risiko neuartiger Qualität zugemutet.
12.5.In diesem Zusammenhang ging ein Leserbrief auf die Einwirkungen von Monsanto auf die Rechtssicherheit ein, der im Kleingeschriebenen der Verträge seinen Kunden verbietet, bei eventuellem Versagen des Gentech-Saatgutes im Anbau gegen den Hersteller zu klagen!
Schließlich forderte eine Leserbriefschreiberin: Zu den enormen Problemen, die wir zum Teil selbst verursacht haben (Klimawandel, Hochwasserkatastrophen, Verschmutzung der Weltmeere und anderes mehr) sollten nicht ständig neue Probleme hinzukommen. Der unverantwortliche Umgang mit der Gentechnologie (Genmaisversuche und Anbau) muss beendet werden, wenn wir unseren Kindern und Kindeskindern normale Lebensverhältnisse erhalten wollen. Es reicht und ist genug!
Am 09.04. 2008 wurde nach einer „Feldbesetzung“ der Anbau von gentechnisch verändertem Mais eingestellt
Eine Hochschule zwingt einen ihrer Professoren, seine Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen zu beenden. Ein Lehrstück über die Macht der Meinung und den Wert der Forschungsfreiheit. (DIE ZEIT 30.04.2008)
Das von der Hochschule verhängte „Anbaumoratorium“ wäre 2011 ausgelaufen. Von einer Wiederaufnahme ist nichts bekannt geworden.
Sonntag, 28. August 2011
Die Kluft wächst........
In diesem Sommer wurde viel über Generationengerechtigkeit, Rentengarantie, die "Macht der Alten" und den angeblich wachsenden Konflikt zwischen Jung und Alt diskutiert. Gerne wird dieser Konflikt von Gegnern des Sozialstaats geschürt, um vom eigentlichen Problem unserer Gesellschaft abzulenken: der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, die quer durch alle Generationen verläuft.
Seit dem Jahr 2000 haben Geringverdiener noch einmal 15 Prozent ihres Einkommens verloren, während Gutverdiener ihre Einkünfte weiter steigern konnten. Die reichsten ein Prozent, die über mindestens 800 000 Euro verfügen, besitzen fast ein Viertel des Vermögens in Deutschland. Auf der anderen Seite hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung überhaupt keine finanziellen Rücklagen.
Ursachen für die sich weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich sind die Steuererleichterungen für Besserverdiener, die Schlechterstellung von Arbeitslosen durch die Hartz-IV-Gesetze, besonders aber die Einkommensverluste als Folge des alarmierende Rückgang sozialversicherungspflichtiger Vollzeitjobs. Nur noch sechs von zehn Beschäftigten haben solch ein Arbeitsverhältnis, das früher Standard war. Minijobs, Zeit- und Leiharbeit, - also unsichere, schlecht bezahlte Jobs - prägen immer mehr den Arbeitsmarkt in Deutschland.
23 Prozent der Vollzeitbeschäftigten arbeiten mittlerweile im Niedriglohnbereich. An die Stelle des von Ludwig Erhard ausgerufenen Mottos der sozialen Marktwirtschaft, "Wohlstand für alle", ist jetzt der "Luxus für wenige" getreten, sagen renommierte Wissenschaftler wie der Wirtschaftsweise Professor Peter Bofinger oder Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).
Umfragen zufolge halten drei Viertel der Bevölkerung die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland für ungerecht. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft nicht weiter auseinander fällt. Finanz- und Wirtschaftskrise treiben die Neuverschuldung des Staates in die Höhe. Da werden die Rufe nach Sparmaßnahmen im Sozialhaushalt wieder lauter werden. Der VdK wird jedenfalls alles daransetzen, dass die Sanierung des Bundeshaushalts nicht zulasten der Alten und Schwachen geht.
(Vdk Zeitung September 2011)
Sonntag, 14. August 2011
Löhne und Renten
Kaum einer erinnert sich mehr an die markigen Sätze des damaligen SPD Kanzlers
Schröder,der 2005 beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte:“Wir haben einen der
besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt!“ Im gleichen Jahr trat HartzIV in Kraft und weitere Gesetze, die Kettenarbeitsverträge, geringfügige und befristete Beschäftigung und Leiharbeit ermöglichten. Die Folgen für die abhängig Beschäftigten: Nach neusten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes sind heute ca. 8 Millionen Arbeitnehmer in diesen „atypischen“ Arbeitsverhältnissen tätig. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sanken die Löhne in den untersten Lohngruppen in den letzten zehn Jahren um 25% (zum Vergleich: die Bezüge der Vorstände in den DAX Unternehmen werden 2011 um voraussichtlich 25% steigen) Auch für „Normalverdiener“ war vom Aufschwung der Wirtschaft nichts zu spüren. Sie mußten froh sein, wenn ihre mühsam erstreikten Lohnerhöhungen nicht gleich wieder von der Inflation (zZt 2,4%) aufgefressen wurden. Weil niedrige Löhne auch niedrige Renten bedeuten sei nach Berechnungen der LINKEN der Wert der Renten in den letzten zehn Jahren um 7% gefallen! Ein weiterer, oft übersehener Nebeneffekt: Weil ca. 60% der deutschen Exporte in die EULänder gehen konnten deutsche Produkte dort so billig angeboten werden, dass dortige Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig waren – die dortigen Arbeitslosenzahlen stiegen und die Steuereinnahmen sanken! Die Forderung der LNKEN nach flächendeckenden Mindestlöhnen nicht unter 10 EURO pro Stunde ist deshalb wirtschafts- und sozialpolitisch gerechtfertigt und namentlch die SPD hat hier allen Anlass, die Fehler der Vergangenheit wieder gut zumachen
Dienstag, 1. Februar 2011
Mappus kommt - in die Hölle!
“Wer liagt ond schdiehlt, der wird verbrennt ond wird ans Deifels Galga g’hengt!“. Nach diesem Merkvers, der noch bis vor nicht allzu langer Zeit in schwäbische Kinderhirne gebläut wurde, gehört Mappus wohl nach Auffassung freischaffender Plakat (um)Gestalter in die Hölle geschickt. Früher war der Weg zum (Erwin) Teufel einfach; der saß schon in der Villa Reitzenstein, und wenn er nicht von Öttinger und von ein paar Bubis aus uraltem Stuttgarter „CDU Adel“ weggeputscht worden wäre, säße er vielleicht heute noch dort.
Er war zwar Konservativ aber das glaubwürdig. Deshalb sollte Mappus nicht zur Hölle fahren; man sollte ihn zum (Erwin) Teufel schicken, damit er dort wenigstens die Grundlagen des politischen Anstandes lernt, bevor er sich um das Amt des Ministerpräsidenten bewirbt.
Donnerstag, 27. Januar 2011
Schwabenstreich in Kirchheim /Teck am 19.01.11

Liebe Kirchheimerinnen und Kirchheimer, liebe Kolleginnen und Kollegen,liebe Genossinnen und Genossen.
Mein Name ist Jochen Findeisen und ich freue mich, dass ich wieder einmal in Kirchheim sein kann – einer Stadt, in der ich nicht nur meine schulische Ausbildung absolvierte sondern auch meine Lehrjahre als engagierter Bürger. Ich gehörte damals zu den Leuten, die in den frühen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts als „Initiative rettet die Altstadt“ verhinderten, dass die Gebäude und Anlagen westlich der Kornstrasse und am heutigten Gänsemarkt mit einem Betonklotz der Kaufhof AG zugebaut wurden. Die Sprüche die wir damals vom Gemeinderat und der Stadtverwaltung zu hören bekamen sind immer noch die gleichen, mit denen Politiker auch heute noch den Bürgern den Mund verbieten wollen: „Alles demokratisch beschlossen, alles juristisch abgesegnet, nix mehr zu machen!“- das einzige, was diese Dampfplauderer dazugelernt haben ist inzwischen von der deutschen Akademie für Sprache und Dichtung zum Unwort des Jahres 2010 ernannt worden: „Alternativlos“ Alternativlos war die Agenda 2010, die der SPD die letzten Bundestagswahlen verhagelt hat, Alternativlos war ein Krieg in Afghanistan um Handelswege und Rohstoffe, der nicht nur schon vielen unserer Mitbürger sondern auch Menschen anderer Nationalität Leben und Gesundheit gekostet hat. Jeder, der dieses Wort alternativlos in den Mund nimmt zeigt dadurch höchstens, dass er nicht in der Gegenwart, sondern im Vorgestern lebt, als der Bürger noch treudoof-gläubig alles akzeptierte, was die da oben mit ihm und seinem Geld anstellten. Man kann noch so sehr Augen und Ohren verschließen, manr kann Polizei, Wasserwerfer und Tränengas auf uns loslassen – irgenwann muß jeder akzeptieren – es gibt sie, die Alternative zu Stuttgart 21. Heute abend treffen sich wieder tausende von Menschen zwischen Bodensee und Odenwald zu Schwabenstreichen, am Montagabend trafen sich wieder Tausende am Stuttgarter Hauptbahnhof, und das waren keine verführten Trottel, keine kriminellen Radaubrüder sondern diese Menschen – sie sind die Alternative, sie haben die Alternativen. Jeder von ihnen hat Vorstellungen davon, wie die Stadt Stuttgart und ihr Umland, die Lebensmöglichkeiten dort, der Personennahverkehr, besser, menschengerechter und mit wahrscheinlich geringerem, finanziellem Aufwand umgestaltet werden könnte. Anstatt von möglichst vielen Leuten gute Gedanken und Vorschläge abzufragen und zu diskutieren meint der Staat mit gottsallmächtig blöden Manövern seine Allmacht und Allwissenheit demonstrieren zu müssen.
Deshalb freut es mich auch, dass ihr hierher gekommen seit um zu zeigen– wir sind immer noch da, wir werden immer mehr und wir werden unsere Wut und unseren Mut in den Frühling hinüber tragen. Im Frühling 2011 wird in unserem Bundesland ein neuer Landtag gewählt und da wird besonders Mappus und seiner CDU – FDP Koalition jeder Stein, den sie aus dem Stuttgarter Hauptbahnhof herausgerissen haben in Form von massiven Stimmenverlusten um die Ohren fliegen. Die SPD wird ihre Quittung bekommen, dass ein Herr Drexler bis vor Kurzem noch der Chefpropagandist für Stuttgart 21 war! Durch die SPD geht ein tiefer Riss! Die Stuttgart 21 Begeisterung der Parteifürung wird von immer weniger Menschen an der Basis gut geheißen und der Schlingerkurs „JA zu Stuttgart 21 aber nur nach einer Volksabstimmung“ ist wenig begeisternd. Zur Wahl stehen aber auch zwei Parteien, die gemeinsam wesentliche Träger des Widerstandes gegen Stuttgart 21 im Ländle sind- DIE Grünen und die LINKE. Zwar ist sind für viele LINKE die Grünen eine Partei mit Vergangenheit, die unter Kanzler Schröder mit der SPD zusammen den Sozialstaat beschädigte und für die Aussenpolitik wieder die militärische Option entdeckte. Andererseits gibt es schon viele lokale rot-grüne Bündnisse im Lande – ich denke hier nur an Nürtingen,wo es vor einiger Zeit einem Bündnis aus Umweltgruppen, attac und den Kreisverbänden der LINKEN und der Grünen gelang, den Genmaisanbau der damaligen Fachhochschule zu kippen. Viele einzelne Mitglieder beider Parteien sind freundschaftlich miteinander verbunden und die Aussichten für einen Mai im Ländle, der alles neu macht und schon im März beginnt sind gut. Empfangen wir den Frühling 2011 mit vielen Blumensträußen, in denen im kräftigen, grünen Blattwerk prächtige rote Rosen, Tulpen und Nelken prangen.
Oben bleiben!!
Donnerstag, 16. Dezember 2010
Mappus - wie lange noch??

„MP (Ministerpräsident) erwartet offensives Vorgehen gegen Baumbesetzer “ So steht es im Protokoll einer Besprechung von Ministerpräsident Mapus (CDU) und Ministerin Gönner (CDU). Weiter ist eine e-mail des Landespolizeipräsidenten Hamann bekannt, in dem dieser warnte, am 30. September einen Polizeieinsatz im Stuttgarter Schloss-garten durchzuführen. Der zZt tagende Untersuchungsausschuß des Landtages ermittelte „ schwere polizeitaktische Fehler“. Mehrere Leiter der auswärtigen Polizeikräfte haben erklärt, dass sie vor diesem Einsatz in Stuttgart mit keinen Informationen versorgt worden seien, weder über den genauen Einsatzort noch über dessen Zweck. Ein Polizeiführer erklärte :“„Zur Organisation (des Einsatzes) kann ich nichts sagen, da es keine Organisation gab!“ Ein Rentner verlor durch Direktbeschuß mit einem Wasserwerfer ein Auge, das andere wurde schwer verletzt. Hunderte von Demostranten wurden mit Pfefferspray gequält. Mappus nahm derartige Verletzungen in Kauf wie er auch in Kauf nahm, dass sich schlecht vorbereitete und geführte Polizisten (zwangsläufig) wie eine durchgeknallte Knüppelgarde benahmen. Mappus weiß: Es gibt in diesem Land Leute, die Brutalität mit Stärke verwechseln und für die „hart durchgreifen“ den Gipfel der Staatskunst darstellt. Aber Mappus kann auch anders. Vor einigen Tagen kaufte er ohne erst lange den Landtag oder sein Kabinett zu befragen für 4,67 Milliarden Euro die Anteile eines französischen Energiekonzerns an der ENBW auf. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn dadurch wieder nach der Privatisierungswut vergangener Jahre die Energie-versorgung in die öffentliche Hand käme (womöglich würde dann der Strom billiger?). Aber Herr Mappus will damit an die Börse!? Nutznieser des Geschäfts ist nicht etwa eine deutsche oder gar baden-württembergische Bank. Der Handel wurde eingefädelt von dem amerikanischen Invest-mentbanker Morgan-Stanley, der daran Millionen verdient. Ein Teil davon wird auch für Herren Notheis, einen Mitarbeiter dieses Bankhauses abfallen, einem alten Freund von Mappus und hochrangigen CDU-Funktionär. Es gibt in diesem Land Leute, die insgeheim hoffen, dass irgendwann etwas für sie abfällt, wenn sie irgendwelchen „Machern“ und „Cleverles“ applaudieren, die in erster Linie sich selbst und ihres-gleichen die Taschen füllen. Die Zielgruppe der Mappus-Politik sind rückständige Spießer , von denen es zum Glück immer weniger gibt. Immer mehr ehemalige CDU Wähler verstehen, dass menschenverachtende Kraftmaierei ,albernes Machergehabe und Mißachtung von Regeln weder die Bezeichnung „Christlich“noch das Attribut „konser-vativ“ für sich in Anspruch nehmen dürfen. Mappus gibt sich gerne traditionsbewußt. Es ist in Baden-Württemberg seit 24 Jahren "Tradition", dass kein CDU-Minister-präsident sein Amt turnusgemäß beendet. Filbinger wurde von seiner Vergangenheit als Nazi-Militärrichter eingeholt. Späth mußte den Hut nehmen, weil er in den Verdacht kam, er habe sich von einem millionenschweren Torfmullhändler einen Urlaub bezahlen lassen. Teufel wurde einer machtgeilen Clique aus uraltem Stuttgarter "CDU-Adel" - weggeputscht. Frau Merkel mußte die Notbremse ziehen, weil Teufels Nachfolger Öttinger zwar hohen Unterhaltungswert hatte, aber in Brüssel weniger Flurschaden anrichten konnte als im Ländle. Deshalb, Herr Mappus" alte Traditionen achten - abtreten!
Samstag, 4. Dezember 2010
Sie haben sich lange genug verstellt.....

Rohe Bürgerlichkeit und soziale Vereisung"
Seit 2002 untersuchen Wissenschaftler in einer Langzeitstudie die Ausmaße, Entwicklungen und Ursachen von Vorurteilen in Deutschland. Aktuell haben die Forscher die Folgen der Wirtschaftskrise unter die Lupe genommen - und dabei eine "deutliche Vereisung des sozialen Klimas", rohe Bürgerlichkeit und einen zunehmenden Klassenkampf von oben beobachtet. Die Feindbilder in einer durchweg wirtschaftlich geprägten Gesellschaft seien Muslime und "wirtschaftlich Nutzlose".
In der 9. Folge des jährlichen Reportes "Deutsche Zustände" wird unter anderem gefragt: Welche Auswirkung hat das Gefühl der Bedrohung durch die Wirtschaftskrise auf Einstellungen zu schwachen Gruppen? Wie steht es um die Solidarität in unserer Gesellschaft? Welche Entwicklung zeichnet sich dabei in den höheren Einkommensgruppen ab?
Zentrales Ergebnis der Untersuchung: Angefeuert von politischen, medialen und wissenschaftlichen Eliten sind in höheren Einkommensgruppen deutliche Anstiege hinsichtlich abwertender, menschenfeindlicher Einstellungen gegenüber verschiedenen schwachen Gruppen vorzufinden. Dies müsse als eine deutliche Vereisung des sozialen Klimas interpretiert werden, meinen die Forscher.
Die Studie "Deutsche Zustände":
Die Langzeitstudie Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland untersucht mit 10-jähriger Laufzeit die Ausmaße, Entwicklungen und Ursachen von Vorurteilen. Es geht um die Abwertung von Menschen aufgrund von ethnischen, kulturellen oder religiösen Merkmalen, der sexuellen Orientierung, des Geschlechts, einer körperlichen Einschränkung oder aus sozialen Gründen. Die Wissenschaftler unter der Leitung von Wilhelm Heitmeyer vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld gehen von zehn "Vorurteilen" gegenüber unterschiedlichen Adressatengruppen aus, welche einen gemeinsamen Kern teilen. Dieser lasse sich als eine Ideologie der Ungleichwertigkeit identifizieren. Das Projekt ist das weltweit das größte Vorurteilsprojekt. Jährlich wird eine telefonische Befragung einer repräsentativen Auswahl der deutschen Bevölkerung durchgeführt. Im Mai/Juni 2010 wurden 2000 Personen befragt.
Kulturloses und verrohendes Bürgertum
Zudem sprechen die Wissenschaftler von einer zunehmend "rohen Bürgerlichkeit". Diese Rohheit zeichne sich dadurch aus, dass es infolge von ökonomischen wie gesellschaftlichen Kriseneffekten deutliche Hinweise auf eine "entsicherte wie entkultivierte Bürgerlichkeit" gebe, die auch über "angeblich liberale Tages- und Wochenzeitungen" verbreitet werde. Die neue Formel des Abbaus von sozialstaatlichem Anrecht auf Unterstützung laute: Gnade durch Wohlhabende und Selbstverantwortung der sozial Schwachen.
Die Forscher betonen, dass der gepflegte Konservatismus abgestreift werde: Zivilisierte, tolerante, differenzierte Einstellungen in höheren Einkommensgruppen scheinen sich in unzivilisierte, intolerante Einstellungen zu wandeln. So nimmt beispielsweise in der höheren Einkommensgruppe (ab 2500 Euro pro Kopf; Haushaltsnettoeinkommen, umgerechnet und gewichtet nach Anzahl der Personen im Haushalt) die Zustimmung zu Etabliertenvorrechten und Islamfeindlichkeit besonders deutlich zu. Da sich die zunehmende Islamfeindlichkeit insbesondere bei höheren Einkommensgruppen zeige, wirke Bildung in diesem Fall nicht entgegen, heißt es in der Studie weiter.
Ungeniertes Abwerten von Schwächeren
Auch die Entsolidarisierung der Besserverdienenden fällt bei den Ergebnissen der Studie ins Auge. Wohlhabendere fühlen sich ungerecht behandelt - obwohl es eine Umverteilung von unten nach oben gebe. "Der semantische Klassenkampf von oben wird ungeniert offenbart", schreiben die Wissenschaftler. Zudem werten Höherverdienende Langzeitarbeitslose deutlich mehr ab, als Befragte in niedrigeren Einkommensgruppen dies tun.
Wer eine ökonomistische Sichtweise teilt - also Menschen nach ihrem Nutzen beurteilt - neigt der Studie zufolge deutlich eher zur Abwertungen schwacher Gruppen. Der Zusammenhang ist bei denen besonders hoch, die sich selbst "oben" verorten. Insgesamt sei "eine ökonomistische Durchdringung sozialer Verhältnisse zu registrieren".
Die Feindbilder: Muslime und "wirtschaftlich Nutzlose"
Zudem sei das Verhältnis von regierender Politik und gesellschaftlichen Gruppen nachhaltig gestört, so die Ergebnisse der Untersuchung. Das rechtspopulistische Potential, mit islamfeindlichen Einstellungen verbunden und aggressiv aufgeladen, zeige dies.
Dieses rechtspopulistische Potential sei in allen gesellschaftlichen Gruppen vorrätig, aber die Zunahme in höheren Einkommensgruppen sei "auffällig und gefährlich", weil die rohe Bürgerlichkeit und ihre "Mobilisierungsexperten" in Medien die angebliche Dekadenz dieser Gesellschaft, das angebliche Schweigen über die Integrationsprobleme von Eingewanderten und fehlende Leistungsbereitschaft "unten in der Gesellschaft" aggressiv beklagen. Zur Bekämpfung dieser Dekadenz bedarf es dieser Logik zufolge innergesellschaftlicher Feindbilder. Muslime gehören ebenso dazu wie wirtschaftlich Nutzlose.
Beunruhigende Aussichten für eine demokratische Gesellschaft
Die Wissenschaftler betonen, rechtspopulistische Positionen versprächen angebliche Sicherheit in unruhigen Zeiten. Dies nehme mit dem Alter zu und sei in einer alternden Gesellschaft keine beruhigende Prognose für die demokratische Qualität. Für den sozialen Zusammenhalt in einer zunehmend ethnisch-kulturell heterogenen Gesellschaft seien das keine positiven Signale
Von Patrick Gensing, tagesschau.de
Donnerstag, 28. Oktober 2010
Hochzeitstag

Schwarz-gelb wird oft mit einer „Ehe“ verglichen. Wenn dem so ist, dann ist diese schwer zerrüttet (was auch daher rührt, weil die bayrische Verwandtschaft des einen Ehepartners sich noch weniger ein Vereinbarungen hält als der „gelbe“ Partner). Unlängst war einjähriger „Hochzeitstag“ und da zog das Jubelpaar nochmals die Spendierhosen an mit (Öko)Steuerge-schenken für energieintensive Betriebe und die Atomindustrie, die jetzt mit ihren abgeschrie-benen Kernkraftwerken eine Million EURO pro Tag verdienen kann.Wut macht sich breit. Stuttgart 21 ist nur ein Symptom. Wie auch bei anderen Massenprotesten landauf landab sind bei denselben nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ beteiligt sondern auch diejenigen, die von der Politik als „Leistungsträger“ bezeichnet werden. Wenn hierunter Menschen verstan-den werden, die jeden Tag in Familie, Beruf und Gesellschaft mehr als nur ihre Pflicht erfüllen, so ist deren Empörung über die miese Arbeit von Schwarzgelb nur zu verständlich. Die Wut hat die bislang als „bürgerlich“ geltenden Halbhöhenlagen von Stuttgart und anderswo erreicht. Die Wut erreicht die Arbeitervorstädte, wo die Lohnabhängigen alsbald die Erfahrung machen werden, dass der „Aufschwung“, den Wirtschaft und Politik jetzt beju-beln, in erster Linie denen zugute kommen wird, für die eigentlich immer „Aufschwung“ ist.
Wütend sind auch diejenigen, die sich auf den Einstieg in den Ausstieg aus der Atomenergie
verlassen haben. Während den hundertausenden Stuttgart 21 Gegnern vorgehalten wird, dieses Projekt sei unumkehrbar, juristisch korrekt be- und abgeschlossen war der Ausstieg aus
der Atomindustrie sogar gesetzlich festgeschrieben. Dieses Gesetz wurde von schwarzgelb am 28.Oktober einfach aufgehoben – so einfach geht das! Wütend sind auch die Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben. Sie haben im Sozialverband VdK einen starken Partner. Der sagt:“ Jetzt hat die Bundesregierung den Bogen überspannt. Das Sparpaket trifft insbesondere die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Der Haushalt soll zulasten derjenigen saniert werden, die sich ohnehin schon am unteren Ende der Einkommensskala befinden. Das ist absurd, zumal sich in den letzten Monaten zahlreiche Millionäre öffentlich dazu bereit erklärt haben, höhere Einkommensteuern oder eine Vermögensteuer zu bezahlen. Nur: Die Bundesregierung macht von diesem Angebot nicht Gebrauch, sondern kürzt lieber bei den Armen“. Wut tut gut“ - für eine gewisse Zeit! Organisation ist besser und nachhaltiger. Deshalb kommt es jetzt darauf an, dass sich alle „Wütenden“ zu gemeinsamen Aktionen zusammenschließen und dafür sorgen, dass der erste „Hochzeitstag“ von Schwarzgelb auch der letzte sein wird!.
Sonntag, 29. August 2010
27.08.10- Schwabenstreich in Plochingen

Der Widerstand gegen Stuttgart 21 greift auf die Region über! In Esslingen hat sich eine Gruppe von S 21 Gegnern zusammengefunden. In Plochingen fand am 27.08.10 der erste „Schwabenstreich“ statt. Auf Einladung des Aktionsbündnisses K 21 Regionalgruppe Plochingen & Umgebung fanden sich trotz schlechten Wetters ca.50 Personen am Fischbrunnen ein. Bernd Luplow (Landtags-kandidat „DIE LINKE“ ) machte deutlich, dass Landespolitikern von CDU und FDP und Teilen der SPD zu den Massenprotesten gegen Stuttgart 21 nur die altbekannten Phrasen einfallen. Ein bei der Veranstaltung verteiltes Flugblatt der LINKEN spielte auf die nächstes Jahr im März stattfindenende Landtagswahl an und war überschrieben: „jeder Stein, den sie aus dem Stuttgarter Hauptbahnhof herausreissen wird ihnen im März 2011 um die Ohren fliegen“.Gebetsmühlenartig würden sie die immer gleiche Leier herunterbeten: „Alles beschlossen, alles entschieden, alles juristisch abgesegnet – man kann nix mehr dagegen machen“. Jochen Findeisen wies als weiterer Redner darauf hin, dass zum Zeitpunkt der ersten Entscheidungen für Stuttgart 21 wichtige Gutachten zur Auswirkung des Projekts auf den Verkehr, die geologischen Strukturen, die Mineral- und Grundwasserströme noch nicht vorgelegen hätten. Er forderte eine Überprüfung, ob die „Geschäftsgrundlage“ von damals heute überhaupt noch bestünde. Wie auch er kritisierte Thomas Mitsch die Kosten des Projekts. Die geplanten sieben Milliarden würden wie bei vielen Projekten dieser Art wohl deutlich überschritten werden. Allein die Gemeinde Plochingen müsse sich zehn Jahre lang mit knapp Fünfzigtausend Euro pro Jahr an den Kosten von Stuttgart 21 beteiligen. Dies würde die Gemeinde zu Einsparungen zwingen und sei besonders für ärmere Mitbürger spürbar, die stärker als andere auf Leistungen der Gemeinden angewiesen seien. Um 18:59 Uhr zählte Rainer Hauenschild vom Aktionsbündnis, den „Schwabenstreich“ ein. Pünktlich aum 19:00 begann ein ohrenbetäubender Lärm aus Trillerpfeifen und aneinder geschlagenen Kochtopfdeckeln– die Plochinger zeigten sich jedenfalls als genauso gute und kreative Krachmacher wie ihre Mitstreiter in Stuttgart , die zur gleichen Zeit 40.000 Menschen für einen Marsch auf den Landtag mobilisiert hatten. Um 19.01 Uhr gab Hauenschild das Haltsignal und lud ein zum nächsten Plochinger „Schwaben-streich“ ein
Samstag, 14. August 2010
Heil Dir im Siegerkranz......
Donnerstag, 12. August 2010
Brüderle und Schwesterle

Kaum ist sein Koalitions-Schwesterle Merkel im Urlaub sieht das FDP-Brüderle seine Chance, auch in der Urlaubszeit den Bürgern zu demonstrieren: Die Händel in der schwarz-gelben Koalition gehen weiter! Offenbar nicht mit dem Koalitionspartner abgesprochen sorgt sein Vorschlag für Abschaffung die Rentengarantie nicht nur für Krach in der Koalition somdern auch in der CDU. Die 2009 von der Großen Koalition eingeführte Schutzklausel bewahrt die rund 20 Millionen Rentner vor einer Kürzung ihrer Bezüge, selbst wenn die Löhne sinken. Genau das tun sie aber. Insgesamt 6,55 Millionen Arbeitnehmer sind gegenwärtig im Niedriglohnsektor tätig - so viele wie nie zuvor. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Niedriglohnempfänger um 2,3 Millionen Menschen ge-wachsen. Die rot-grüne Schröder Regierung hat seinerzeit die gesetzlichen Grundlagen geschaffen für eine Lohnpolitik im Sinne der Agenda 2010 und im Sinne des Kapitals. Gegen sinkende Löhne hilft nur ein gesetzlicher Mindestlohn nicht unter 10 EURO in der Stunde. Dagegen wehrt sich aber schwarz – gelb mit Klauen und Zähnen. Jeder Lohnabhängige muß wissen, dass ihm CDU und FDP
ein Erwerbsleben als Niedriglöhner zugedeacht haben, aus dem er im 67sten Lebensjahr in die Altersarmut überwechselt.
Sonntag, 11. April 2010
Ich hab's ja schon immer gewußt

...aber die Schwaben reden wahrscheinlich doch einen chinesischen Dialekt. Das meinte jedenfalls Mandy aus MekPomm, die jetzt in einer Nürtinger Firma arbeitet. Ihr begegnete dort auf dem Gang die mit alten Akten, Kartons und anderem Gerümpel schwer beladene Kollegin Ulrike. Der Kollege Bernd hatte die Schwerbeladene auch erblickt, was ihn zu der Frage veranlasste:"Hano, ziaetsiaom?", worauf die also Angesprochene erwiderte: "Kommedsiamerbloosetdomm - helfedsemrliabrmaiglombnadra!"
Erst ihr Chef klärte Mandy darüber auf, dass Bernd mit leichter Ironie die Kollegin fragte,ob sie im Umzug begriffen sei? Sie verbat sich derartige, dumme Fragen und wies ihn darauf hin, er möge ihr stattdessen beim Antransport des alten Gerümpels helfen.
Montag, 5. April 2010
125 Jahre und kein bißchen Greise!!!
Im Rahmen eines Konzertes des Kirchenchors Schlaitdorf in der St.-Wendelin-Kirche wurden kürzlich auch zwei Sängerinnen geehrt, die seit 125 Jahren im Kirchenchor singen. Es sind dies Renate Mannhardt und Margot und Klaus Veil (Bild). Mit der Motette für vierstimmigen Chor und Orgel „Herr, ich bleibe stets an dir“ wagte sich der Kirchenchor an komplexes Werk.
(Nürtinger Zeitung 24.03.10)
Vielleicht liegt es ja an der gesunden Luft in Schlaitdorf, oder an der friedfertigen, rücksichtsvollen Mentalität seiner Bewohner, dass zwei Mitbürgerinnen, die beide jeweils minimum 141 Jährchen auf dem Buckel haben, blühend und frisch ihr 125 jähriges Chorjubiläum feiern durften. Da wird es auch der Klaus Veil verschmerzen, dass er , wohl mangels 125 jähriger Mitgliedschaft, nicht als Geehrter aufgeführt wurde Aber er fühlt sich sich erkennbar wohl zwischen den beiden adretten Damen, die beide jeweils gut doppelt so alt sind wie er!
Mittwoch, 3. Februar 2010
100 Tage Schwarz-Gelb/Herzlichen Glückwunsch
Dienstag, 15. September 2009
Schöner Wohnen!

Nachdem unsere Sicherheitsschwindler der Bevölkerung eingeredet haben, privater Waffen-besitz sei die Wurzel allen Übels habe ich ich mich entschlossen, mithilfe eines kunstfertigen Handwerkers meine Kalaschnikowsammlung in dieses formschöne Sitzmöbel umbauen zu lassen. Sollte ich Besuch von behördlichen Schnüfflern erhalten, so werde ich ihnen dort ein Plätzchen anbieten, einen den Amtsarsch schonenden, alten Fallschirm unterlegen und ihnen ein Schnäpschen aus einer 20mm Kartusche anbieten! Trinken wir auf:
Dienstag, 1. September 2009
Schavan aufgehängt!

Sie hängt zZt an manchem Baume im Schwäbischen - allerdings nur als Plakat (und mit etwas anderem Text), obwohl selbst manche ihrer Parteifreunde.................!
Eigentlich werden im Wahlkampf Sympathieträger auf Plakaten abgebildet - aber die CDU ist ehrlich! Kommt sie an die Regierung , dann ist Schluß mit lustig und sympathisch.
Dann wird den Kindern - dank Schavan- so früh wie möglich in G8 Gymnasien der Spaß am Lernen, Leisten und Leben versaut - danach erhalten sie an Bologna-Bildungsstätten eine Schnellbleiche um als billige, fügsame und nichts hinterfragende "Bachelors" dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Und Westerwelle fällt sicher auch dazu ein flotter Spruch ein!!
Als studierte Theologin versteht sie das göttliche Gebot "Macht Euch die Erde untertan" (1.Mose 28) wohl so, im Interesse kurzfristiger Profite die Erde mit Gendreck und Atommüll gründlich zu versauen zu dürfen oder gar zu müssen.
Es ist entlarvend, wenn die CDU immer noch glaubt, mit alten, verbohrten Neoli-beralen (sorry, xiaomo) wie einer Frau Schavan Wählerstimmen gewinnen zu können.
Der Ranzabuffer kann die Mitbürger(innen) gut verstehen, die sagen:
Sonntag, 23. August 2009
Sozis quälen-Oskar wählen??

Kann das Vernünftige am Wahltag siegen?
Das glaubt kein Mensch- auch der nicht, der da wählt,
man wird die Stimmen zählen, niemals wiegen,
(als ob das Unausgewogene im Staate zählt)
Es gibt kein Angebot, das meinem Wollen
und meinen Wünschen insgesamt entspricht.
Der alte Schwachsinn mit verteilten Rollen.
Aber zuhause bleib ich trotzdem nicht.
Denn dass das Radikale sich beim Wählen,
Bedeutend äußern könnte ist ein Scherz.
Entscheidend ist , die die SPD zu quälen.
Das bringt fast nichts, indes: es freut das Herz!
Drum mag man schließlich jenen Oskar küren,
Aus purer Laune- nicht zum Umsturzschüren!
Dietmar Dath



